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Familie Braun gewinnt den Deutschen Comedypreis 2016

(26.10.2016)

Die schwarzhumorige Dramedy-Serie „Familie Braun“ gewinnt den deutschen Comedypreis in der Kategorie „Beste Innovation“. Die Theaterfassung der Serie finden Sie unter:

MA 416


Karl Mahnke Theaterpries 2015

(20.01.16)

Am 07.11.2015 wurde im Rahmen der feierlichen Eröffnungsveranstaltung der Niederdeutschen Buchmesse der Carl-Töpfer-Stiftung im Ohnsorg Theater in Hamburg nicht nur das plattdeutsche Buch des Jahres gekürt, sondern auch, passend zum diesjährigen Schwerpunkt der Messe „Dat Speel op Platt“, der Karl-Mahnke Theaterpries 2015.

Aus den fünf aufregenden und ambitionierten eingereichten Texten originär niederdeutscher Nachwuchsautoren stach ein Stück besonders hervor: MORGEN IS OK NOCH EIN DAGG von Ulrike Stern begeisterte und überzeugte die Jury, bestehend aus Vertretern der niederdeutschen Bühnenbünde, des BDAT und namhaften Fachleuten des niederdeutschen Theaters gleichermaßen.

Ulrike SternDie Autorin, Ulrike Stern, Dramaturgin der Fritz-Reuter-Bühne in Schwerin, war zur Preisverleihung extra angereist und nahm sichtlich bewegt und glücklich die Auszeichnung entgegen. Wir gratulieren unserer aktuellen Preisträgerin noch einmal herzlich zu ihrem ersten eigenen Stück und freuen uns, es Ihnen nun in unserem Verlagsprogramm präsentieren zu können. Sie hat dem niederdeutschen Theater damit ein denkwürdiges, berührendes und zukunftsweisendes Werk geschenkt.

Aber auch die weiteren Teilnehmer und Stücke des Karl Mahnke Pries haben der Jury ein großes Lesevergnügen bereitet, zu Diskussionen angeregt und verdienen unseren Applaus. Wir werden Ihnen das ein oder andere im kommenden Jahr sicher noch vorstellen dürfen.

Auszug aus der Laudatio:
MORGEN IS OK NOCH EIN DAGG thematisiert die häusliche Pflege einer Wachkoma-Patientin und zeigt in atmosphärisch dichten Bildern, Rückblenden und Parallelhandlungen, wie familiäre Beziehungen und individuelle Lebensentwürfe unter der aufopferungsvollen Aufgabe in Frage gestellt werden, wachsen, scheitern und Neuanfänge möglich werden.

Das in den Spiegelszenen gezeigte Leben der Koma-Patientin, erweckt diese zum Leben und eröffnet einen zum Teil surrealen Blick auf die Welt jenseits unserer Realität. Gleichzeitig werden beide Ebenen geschickt miteinander verwoben, so dass die Grenzen zwischen real und surreal sich auflösen.

Dem Schauspiel ist eine faszinierende szenische Verdichtung gelungen, in dem es eine „klassische“ Dreiakterform wählt, diese jedoch mit parallel zur Handlung gehörenden Spiegelszenen aufbricht. Es bleibt dabei durchgehend konsequent und seine Figuren gewinnen während des Spiels an Tiefe und Breite, sie entwickeln sich, um am Ende verändert weiterzugehen.


Wenn Oma in Geheimsprache redet

(Jörn Dirk Zweibrock / 21.01.2016)

Die Theatergruppe Holtum-Marsch spielt immer wieder gerne Stücke aus dem Verdener Theaterverlag Karl Mahnke, der sich auf niederdeutsche Bühnenstücke spezialisiert hat.

Wenn Oma Geheimsprache redet Schnuppern Theaterluft: Lektorin Alexandra Schlenker (r.) überreicht Regisseur Johann von Salzen die gewünschten Manuskripte, während die Schauspieler der Theatergruppe Holtum-Marsch auf der Bühne in ihrem Element sind. (Björn Hake)

 


Die vergangene Theatersaison in Holtum-Marsch war so erfolgreich, dass die Schauspieler sogar noch eine Zusatzvorstellung dran hängen mussten. Das Stück, was die Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes vom Hocker gerissen hat, trägt den Namen „To’n Glück verrückt“.

Die Holtumer lassen sich gern mit Komödien, Schwänken und Schauspielen aus dem Verdener Theaterverlag Karl Mahnke beliefern. Dem Theaterverlag für niederdeutsche Bühnenstücke schlechthin, wie Verlagsleiterin und Lektorin Alexandra Schlenker stolz erzählt.

Selbst der Ohnsorg-Klassiker „Tratsch im Treppenhaus“ ist bei Mahnke in Verden erschienen. Und der Karl-Mahnke-Pries wird alle drei Jahre im Bieberhaus am Hamburger Hauptbahnhof, der neuen Spielstätte des Ohnsorg-Theaters, verliehen.

Johann von Salzen führt schon seit 15 Jahren Regie bei der Theatergruppe Holtum-Marsch. Im Januar, nach der Jahreshauptversammlung des gemischten Chores Polyhymnia, dem die Gruppe angehört, beginnt er mit der Auswahl des neuen Stückes. „Bei uns steht nicht jeder jedes Jahr auf der Bühne. Wenn ich weiß, wer Lust hat zu spielen, also die genaue Zahl der Darsteller im Kopf habe, schaue ich mir die Kurzfassungen der plattdeutschen Stücke im Internet an“, berichtet er über seine Vorgehensweise.

Gar nicht so leicht, denn schließlich sind im Verdener Theaterverlag rund 1400 Stücke erschienen. Von bekannten niederdeutschen Autoren wie beispielsweise Konrad Hansen und Jens Exler oder etwa dem gerade sehr oft gespielten Helmut Schmidt.

Immer mehr niederdeutsche Stücke von Frauen

„Früher haben fast nur Männer geschrieben, doch mittlerweile stammen viele unserer Stücke aus der Feder von Frauen“, freut sich Alexandra Schlenker, dass Autorinnen nach und nach die niederdeutschen Bühnen erobern. So ist der Karl-Mahnke-Theaterpries 2015 an Ulrike Stern, Dramaturgin an der Fritz Reuter-Bühne Schwerin, gegangen.

Von der dänischen Grenze bis ins westfälische Münster, von Niedersachsen bis nach Mecklenburg-Vorpommern werden die plattdeutschen Komödien, Schwänke und Schauspiele aus dem Hause Mahnke aufgeführt. „Rund 4500 plattdeutsche Theatergruppen gibt es im norddeutschen Raum. Und dabei hat das Jahr doch bloß 52 Wochenenden“, bedauert Alexandra Schlenker, dass sie nun beim besten Willen nicht jeder Premiere beiwohnen kann.

Johann von Salzen kommt jedenfalls oft persönlich an der Großen Straße 108 in Verden vorbei, holt dort die Manuskripte ab, die für ihn in die engere Auswahl kommen. Sollte das gewünschte Ansichtsexemplar einmal nicht vorrätig sein, wird es eben nachgedruckt. Beim Lesen merkt Johann von Salzen sofort, ob der Funke überspringt.

„Nicht jeder kann alles spielen“, berichtet der Regisseur, dass er bei der Besetzung beispielsweise darauf achten muss, ob Alter und Charakter des Schauspielers auch mit dem der Rolle übereinstimmen. „Kürzen ist ausdrücklich erwünscht“, rät die Lektorin dem Regisseur, ruhig die ein oder andere Passage aus dem Text heraus zu streichen. Warum? Weil die Bücher nun mal erfahrungsgemäß sehr umfangreich sind.

Im Juli beginnt die Theatergruppe Holtum-Marsch mit den Proben für die aktuelle Spielzeit. Zwei Proben pro Woche setzt Johann von Salzen meist an. Der Vorhang in Klinkers Diele hebt sich im November, die letzte Vorstellung der Saison geht dort traditionell rund um den ersten Advent über die Bühne.

Verlagsgründung vor über 150 Jahren

„Einmal saß ein spanischer Austauschschüler bei uns in der Vorstellung. Selbst der hat gelacht“, erinnert sich Marlis Wedemeyer von der Theatergruppe Holtum-Marsch. Und das Enkelkind eines Ensemblemitglieds soll seinen Freunden davon berichtet haben, dass Oma und Opa immer „in Geheimsprache reden“, wenn sie in Klinkers Hof Theaterluft schnuppern.

Vor mehr als 150 Jahren, 1910, wurde der Verdener Theaterverlag Karl Mahnke gegründet. Er zählt heute insgesamt fünf Mitarbeiter. Geleitet wird er von der gebürtigen Verdenerin Alexandra Schlenker. Seit Maria Mahnke die gleichnamige Buchhandlung mit dem angeschlossenen Theaterverlag übernommen hat, hat sich dort ein Generationenwechsel vollzogen.

„Der Ohnsorg-Klassiker ,Tratsch im Treppenhaus’ ist immer noch ein Selbstläufer“, freut sich Verlagsleiterin und Lektorin Alexandra Schlenker, dass Heidi Kabels nicht weniger berühmte Tochter Heidi Mahler damit gerade Triumphe auf den Theaterbühnen im Norden feiert.

Übrigens: „Jümmer Arger mit Wotan“, erschienen bei Mahnke in Verden, feiert am Sonntag, 21. Februar, Premiere. Wo? Natürlich im Ohnsorg-Theater am Hamburger Heidi-Kabel-Platz, vor dessen Eingang die unvergessene Volksschauspielerin als Bronzestatue wacht. Angelehnt an ihre Paraderolle Meta Bold aus „Tratsch im Treppenhaus“.

Hier gehts zum Artikel: http://www.weser-kurier.de/region/achimer-kurier_artikel,-Wenn-Oma-in-Geheimsprache-redet-_arid,1295940.html


Uraufführung „Tied to Liäwen“ von Michael Wempner an der Niederdeutschen Bühne Münster

(18.01.16)

Ein weiteres preisgekröntes Stück aus unserem Verlagsprogramm feierte am 27.1.2015 seine umjubelte Uraufführung: „Tied to Liäwen“ (Zeit zu Leben) ist das erste mit dem Konrad-Hansen-Preis ausgezeichnete Stück und aus der Feder des Erfolgsautors Michael Wempner.
Auch er hat mit der gewählten, aktuellen Thematik und den lebendigen Charakteren ein modernes Schauspiel erschaffen, dass für das niederdeutsche Theater eine Bereicherung darstellt.

Auszug aus der Laudatio
„Was aber zeichnet das Siegerstück aus: es ist ein gut gebautes Stück um 5 Personen mit einem spannenden Aufbau von mehreren Handlungssträngen. Inhaltlich stellen sich von Anfang an Fragen, etwa nach den Motiven der Hauptpersonen, nach Klärung von Biographien, nach Perspektiven des Handlungsfortschritts. Je mehr von den Hintergründen der Handelnden analytisch aufgeklärt werden, desto mehr entstehen neue Fragen. Das Stück endet mit einer positiven Frage an die Zukunft. Verschiedene Geschichten werden eng miteinander verbunden – Familiengeschichten, kriminelle Handlungen und deren Aufdeckung, ohne ein Kriminalstück zu werden, das Suchen nach der Erfüllung eigener Existenz und die Suche nach Integration und Zuneigung. All diese Handlungen werden im Dialog vorangebracht, geschehen auf der Bühne. Beziehungen werden vor uns auf Ihre Belastbarkeit geprüft.
(...)

Fast immer perfekt aufgeteilte und damit klar umrissene Dialogpartien zeichnen das Stück aus. Das Fortschreiten der Handlung hält den Zuschauer zum Mitdenken und -fühlen an. Die Verknüpfung der Handlungsstränge und deren Aufdeckung zum Höhepunkt des Stückes sind sehr geschickt gearbeitet.
Technische Sicherheit, gute neue Themen und gegenwärtige Probleme, Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit des Bühnengeschehens, handwerklich perfekte Durchführung und ein Talent zur Erzeugung von Spannung waren die Gründe, die die Jury dieses Stück auswählen ließ.

Hier geht es zum Stück: SP 1311


Ünner´t Lüchtfüer

(04.05.15)

Mit der Uraufführung seines Erstlings „Ünner’t Lüchtfüer“ an der Niederdeutschen Bühne Flensburg in der vergangenen Spielzeit begann für Arne Christophersens Komödie eine echte Erfolgsgeschichte.

Die humorvolle, witzige zugleich berührende, tragische Komödie von zwei Männern auf einem einsamen Leuchtturmwärterposten, die unterschiedlicher nicht sein könnten – der eine lebenslustig, redselig und nie um einen dummen Spruch verlegen, der andere maulfaul, griesgrämig und eigenbrötlerisch – und die trotzdem, oder gerade deswegen im Laufe der Zeit und durch Schicksalsprüfungen zu engen Freunden werden, steht in dieser Spielzeit bei zahlreichen Bühnen auf dem Spielplan und begeistert Zuschauer und Presse gleichermaßen.

Nach Wilhelmshaven, wo die Inszenierung des „zeitlosen Stückes“, dass die „Balance zwischen Komödie und ernsteren Themen“ findet, „langanhaltenden Beifall“ erhielt (Wilhelmshavener Zeitung, 27.01.15) und Neumünster, wo der „Holsteinische Courier“ befindet, dass dies „kein Schenkelklopf-Theater ist“, sondern es „mehr ernst als heiter, mehr hintergründig als oberflächlich“ zu geht und dabei ein sehr guter Theaterabend heraus kommt, wird das Stück - dessen Stärke die Nordseezeitung vor allem in seiner Authentizität sieht und es für „absolut sehenswert“ hält, gerade weil es anders ist - in Bremerhaven mit einem „langen Schlussapplaus“ gewürdigt.

Noch gibt es die Gelegenheit, das Treiben auf, in und um den Leuchtturm und seine Bewohner mitzuerleben, mit ihnen zu lachen und zu leiden.

Derzeit ist es noch an der Fritz-Reuter-Bühne in Schwerin zu sehen. Die Schweriner Volkszeitung beschreibt die eigentliche Tragikomödie als „komisch, aber nicht klamottig“ (...) als „berührend, aber nicht rührselig“ und die „Kurve dazwischen“ als „ rasant, aber ohne Überschlag.“ Das Publikum dankte es mit Szenenapplaus.

Die nächste Premiere steht dann am 17.05.2015 an – im Niederdeutschen Schauspiel des Staatstheater Oldenburg (AHB). - Von Mitwirkenden ist zu hören, dass die Proben sehr gut laufen und die Zuschauer gespannt sein dürfen.

Mittlerweile hat Arne Christophersen bereits sein nächstes Stück herausgebracht: Dieses Mal ist es eine turbulente Komödie geworden, über den Social-Media-Wahn, mit Musik, Tanz und Hühnerballet – nur „De Vagels is dat piepegal!“ (Den Vögeln ist das piepegal!)
Mal schauen, von welchen Bühnen es dieses Mal in der kommenden Spielzeit lautstark piepen wird.


SOS for Human Rights 

(16.04.2015)

Wir kennen Europa als eine friedliche Union mit offenen Grenzen. Doch wer von außen hinein will, erlebt Europa als lebensfeindliches Bollwerk. Bei den Versuchen der Flüchtlinge aus Afrika, über die Grenzen nach Europa zu gelangen, kommen jährlich viele Menschen ums Leben.

Mit diesem Thema setzt sich das mobile Jugendstück „SOS for Human Rights“ auseinander. Es wurde im Rahmen der gleichnamigen Kampagne vom bekannten Berliner GRIPS-Theater für Menschen ab 12 Jahren entwickelt.

Es bringt die Verletzungen der Menschenrechte und die lebensbedrohliche Situation der Flüchtlinge an Europas Grenzen, sowie ihr teils menschenunwürdiges Leben innerhalb der Mitgliedsländer der EU auf die Bühne und ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

SOS for Human Rights sorgte bereits bundesweit für Aufsehen und schaffte es sogar bis zum EU-Parlament nach Brüssel.

Bei uns können Sie dieses Drei-Personen-Stück mit diesem brisanten Thema bestellen.

Bestellnummer:
MA 367