Verlag

Wir über uns

Wir über uns

Der Karl Mahnke Theaterverlag blickt auf eine nunmehr über 100 jährige Verlagsgeschichte zurück.
Ursprünglich konzentrierte sich unser Verlag auf Stücke in norddeutscher Mundart. Noch heute bieten wir niederdeutschen Bühnen eine große Bandbreite an Spielarten an – von Volkstheaterstücken über Komödien und Schwänken bis hin zu Schauspielen.
Mit dem Blick in die Zukunft gerichtet, vertreten wir in ein eigenes hochdeutsches Verlagsprogramm mit Komödien, Stücke für Studioproduktionen und Theaterstücke für das Kinder- und Jugendtheater.
 
Unser Verlag versteht sich als Schnittstelle zwischen Autor und Bühne, so dass wir zum einen unsere Autoren bereits von der Stückentwicklung an betreuen und fördern, ihre Interessen gegenüber den Bühnen wahrnehmen und alles daran setzen, ihre Texte auf die Bühne zu bringen. Zugleich sehen wir uns aber auch als Partner für Bühnen und Theaterschaffende. Wir versuchen, ein möglichst spannendes, breitgefächertes Programm anzubieten, beraten bei der Suche nach dem passenden Stück und behalten dabei auch Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden im Auge, um letztlich eine erfolgreiche Inszenierung zu ermöglichen.


Mitarbeiter

Mitarbeiter 

Maria Mahnke
Inhaberin

Alexandra Schlenker
Verlagsleitung/Lektorat

Fabian Joel Walter
Lektorat/Dramaturgie

Margret Brunotte
Bestellung/Verträge

Anke Habekost
Bestellung/Buchhaltung


Geschichte

Die Geschichte eines Familienunternehmens 

Am 29. August 1841 eröffnet Dieter Mahnke seine Buchbinderwerkstatt. Neben dem Verkauf von Druckbögen bot er zusätzlich Tuschkästen, Reißzeug, Blei- und Stahlfedern, Siegellack, Rechentafeln, Gummi und Spiegel an. Bei seinem Kundenkreis fanden diese Waren guten Absatz. Es sprach sich offensichtlich herum, dass man beim Buchbinder Mahnke außer Bibeln auch andere nützliche Dinge erstehen konnte.

1875 trat Friedrich Mahnke in das Geschäft ein und formte es zu einer weithin bekannten pädagogischen Buchhandlung.

Im Jahre 1907 tritt der älteste Sohn Karl Mahnke in das Geschäft des Vaters ein, nachdem er in Bremen Buchhändler gelernt und dann in Göttingen, Marburg und Berlin seine Kenntnisse erweitert hat.
Zu jener Zeit sind Präparanden verpflichtet, ein Musikinstrument zu erlernen. Da die angehenden Lehrer meist nicht so vermögend sind, dass sie sich ein Klavier oder eine Geige leisten können, wenden sich viele von ihnen ratsuchend an Karl Mahnke.
Einige Instrumente hat er auf Lager, die er auch sofort vermietet. Aber diese reichen bei weitem nicht aus. Also werden Klaviere und Geigen gekauft, verliehen, weitere Instrumente erworben, verliehen usw. Nach wenigen Jahren sind neben vielen anderen Instrumenten 70 Klaviere angeschafft. Da die Instrumente gelagert, repariert, renoviert und gestimmt werden müssen, braucht man mehr Platz und Personal. Zunächst wird angebaut, dann ein weiteres Gebäude erworben, mehrere Gehilfen werden eingestellt.
Auch den jüngeren Bruder Hans, der mittlerweile eine Buchhändlerlehre abgeschlossen hatte, kann das Geschäft noch ernähren. Als der 1. Weltkrieg ausbricht, medelt sich Karl Mahnke freiwillig beim 2. schlesischen Ulanenregiment und übersteht den Krieg unbeschadet - sein jüngerer Bruder führt während des Krieges das Geschäft.
Nachdem dem 1. Weltkrieg, 1918, übernimmt Karl Mahnke wieder die Führung des Hauses und sein Ideenreichtum lässt ihn immer wieder in neue Geschäftsbereiche vordringen. So rettet wahrscheinlich die Erweiterung zur allgemeinen Lehrmittelhandlung, in der Grammophone, Schallplatten, Diaskope, Epidiaskope, ja sogar Schulkinos und Filme angeboten werden, das Geschäft vor dem Untergang, als im Jahre 1923 das Lehrerseminar schließt.

Die weitaus bedeutendere Entwicklung eines neuen Geschäftszweiges aber begann im Jahre 1909: I
Aus Gesprächen mit Dorfschullehren hört er immer wieder über den Mangel an niederdeutschen Spielen klagen und so begab er sich auf die Suche nach solchen Stücken. Er konnte zwar bald einige plattdeutsche Bühnenstücke anbieten, aber die Nachfrage war größer als das Angebot, also veranstaltete er 1910 zusammen mit Albrecht Janssen ein Preisausschreiben für plattdeutsche Bühnenstücke. Die prämierten Stücke wurden verlegt und von den Dorfschullehrern begeistert aufgenommen.
Mahnkes mutiges Eintreten für die Rechte der Autoren schaffte ihm unter diesen viele Freunde, und so hatte er bereits zehn Jahre später die Stücke von ca. 50 Schriftstellern unter Vertrag.

Im Jahre 1935 beschließen die Brüder, sich geschäftlich zu trennen - Hans zieht mit der Lehrmittelhandlung zurück in die Grüne Straße, Karl bleibt mit dem Verlag und der Buch- und Musikalienhandlung in der Großen Straße.

Ein Jahr nach Kriegsende tritt der Sohn Friedrich- Karl in das Geschäft ein, der bereits vor dem Krieg seine Buchhändlerlehre abgeschlossen hatte.
Friedrich Karl sucht verstärkt den Kontakt zu den Niederdeutschen Bühnen, die nun ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen, er sieht sich jede Premiere des Ohnsorg-Theaters an. Mit vielen Schauspielern, Theaterleitern und Autoren verbindet Friedrich-Karl Mahnke eine persönliche Freundschaft.

Nach schwerer Krankheit des Vaters Karl übernimmt Friedrich-Karl im Jahre 1953 das Geschäft, 1954 flimmert zum ersten Mal "das Ohnsorg-Theater" über bundesdeutsche Bildschirme. Der größte Teil, der in der kommenden Zeit regelmäßig gezeigten Aufführungen dieses Theaters, kommt vom Mahnke-Verlag.
Die Zahl der Autoren wächst auf einhundertzwanzig; Kontakte zum Ausland werden verstärkt; in Österreich, in der Schweiz, in Holland, Belgien und Luxemburg, ja sogar in den USA und Kanada werden die Stücke des Hauses Mahnke gespielt.

In den vorangegangenen Jahren hatten die Verlage Quickborn, Hermes und Richter ihre Theaterabteilungen aufgelöst, woraufhin der Karl-Mahnke-Verlag die Stücke dieser Verlage übernahm und so nun auch die plattdeutschen Klassiker Bossdorf, Stavenhagen, Hinrichs und Schurek präsentieren konnte.

Im Jahre 1975 tritt der Sohn Dierk in das Geschäft ein, das er 1982 ganz übernimmt.

Dierk Mahnke modernisiert behutsam, denn auch in einem traditionsbewussten Unternehmen, das besonderen Wert auf den persönlichen Kontakt zu den Kunden legt, lässt sich der Einsatz von Computern nicht mehr vermeiden.

Die Texte werden digital erfasst, die Druckherstellung wird modernisiert. In der Druckerei erfolgt der Druck der Texthefte nicht mehr mittels Druckplatten und Druckmaschine, eine Kopierstation erleichtert die bis dato zeitintensive Herstellung von Rollenmaterialien und ermöglicht eine größere Flexibilität.

Zeitgleich erweitert und modernisiert Dierk Mahnke die Räume der Buchhandlung und des Verlages. Die Buchhandlung vervielfacht ihre Ausstellungsfläche, der Verlag erhält ein großzügiges Versandlager und neue Büroräume.

Anfang der 80er Jahre holt sich Dierk Mahnke mit Dieter Jorschik, Regisseur und Schauspieler am Waldau Theater - der professionellen niederdeutschen Theaterinstitution in Bremen - eine wichtige Unterstützung in das Lektorat.
Dessen theaterpraktischen Erfahrungen bilden für die kommenden 25 Jahre das Rückgrat des Verlages.

Unter der Federführung Dieter Jorschiks und gemeinsam mit Dierk Mahnke und dem ehemaligen Senior Chef Friedrich-Karl Mahnke, wird die 150 Jahr Feier der Firma Mahnke zu einem ganz besonderen Großereignis: Der Theaterverlag Karl Mahnke richtet 1991 den großen gemeinsamen Bühnentag für die Niederdeutschen Bühnen des Bühnenbundes in Verden aus, es ist der erste nach der Wiedervereinigung und so sind erstmals auch die niederdeutschen Bühnen aus Mecklenburg-Vorpommern zu Gast. Viele der Teilnehmer schwärmen noch Jahrzehnte später von diesem Event, der so zu einer Legende wird.

Der Verlag bleibt seiner Verpflichtung der Autorenförderung weiterhin treu. Mit dem „Verdener Arbeitskreis Niederdeutscher Theaterautoren e. V.“ wird 1989 eine Möglichkeit geschaffen, regelmäßig dramaturgische Seminare und Werkstatttreffen zu besuchen. Aus dem Kreis der Teilnehmer erwachsen zahlreiche erfolgreiche niederdeutsche Autoren, die dadurch den Sprung in die Professionalität schaffen und deren Stücke bald zu den häufig gespielten Titeln im niederdeutschen Raum zählen.

Doch der Verlag verlässt sich nicht mehr nur auf sein niederdeutsches Angebot. Angesichts langsam rückläufiger Sprecherzahlen wird eine hochdeutsche Sparte begründet. Übertragungen niederdeutscher Klassiker, Kindertheaterstücke und in der Hauptsache Komödien bilden das Fundament für diesen zusätzlichen Schwerpunkt des Verlagsangebotes.

Das Internet gewinnt zunehmend an Bedeutung. Seit Ende der 90er Jahre präsentiert der Verlag sich, seine Theaterstücke und Autoren zeitgemäß auf der eigenen Homepage, die Kunden können nun nicht mehr nur postalisch, persönlich oder telefonisch ihre Auswahl treffen und bestellen, auch online bietet sich den Kunden ein kurzer und direkter Draht zum Verlag an.

2004 beginnt Dierk Mahnkes Tochter, Maria Mahnke, ihre Ausbildung zur Buchhändlerin im Familienbetrieb, damit ist die nächste Generation im Traditionsunternehmen Mahnke aktiv. Langfristig bereiten Vater und Tochter gemeinsam so die Weiterführung der Firma in Familienhand vor.

Ende 2006 verlässt Dieter Jorschik den Theaterverlag in den Ruhestand. Er übergibt das Lektorat an Alexandra Schlenker, Germanistin und Kulturwissenschaftlerin, die bereits mehrere Jahre mit ihm gemeinsam das Verlagsprogramm betreut hat.

Der Ausbau der hochdeutschen Sparte wird verstärkt weiter geführt. Diese bietet für das Amateurtheater ebenso wie für professionelle Bühnen nun zahlreiche erfolgreiche Stücke an, auch der Schwerpunkt des Kinder- und Jugendtheaters kann weiter ausgebaut werden, Kindermusicals und Texte aus dem GRIPS Theater bereichern das Verlagsprogramm.

Für die niederdeutsche Sparte können durch spannende Kooperationen mit namhaften hochdeutschen Verlagen, wie Whale Songs, Verlag der Autoren oder Felix Bloch Erben aktuelle, moderne Übersetzungen für die niederdeutschen Bühnen hinzugewonnen werden. Sie ergänzen das Programm klassischer und originär niederdeutscher Stücke um erfolgreiche zeitgenössische Komödien, Adaptionen und Schauspiele.

Dem Ursprung des Verlages folgend, ist die Nachwuchsförderung für Autoren weiterhin ein zentrales Anliegen des Verlages.
2009 wird der neu ins Leben gerufene „Karl-Mahnke-Theaterpries“ erstmalig ausgeschrieben. Alle drei Jahre wird der Preis, der sich an Nachwuchsautoren zwischen 18 und 35 richtet, ausgelobt und gemeinsam mit den niederdeutschen Bühnen der Bühnenbünde und des BDAT vergeben.
Auch wird eine neue Schreibwerkstatt angeboten, gemeinsam mit dem Institut für niederdeutsche Sprache, diese richtet sich nun ausdrücklich an Nachwuchsautoren bis 35 Jahre.

Durch neue Impulse kommen wieder frische originär niederdeutsche Autoren und Stücke auf den Markt, eine deutliche Belebung der Autorenlandschaft ist zu beobachten. Eine insgesamt erfreuliche Entwicklung für die niederdeutsche Theaterliteratur zeichnet sich ab.

2014 verstirbt völlig überraschend und viel zu früh mit Dierk Mahnke die bisherige Seele der Firma Mahnke.
Seine Tochter Maria Mahnke übernimmt die Verantwortung für das Familienunternehmen und führt es nun in der sechste Generation in Familienhand weiter.

Mutig und zielstrebig nimmt sie die Aufgabe auf, die Firma auch zukunftsfähig zu gestalten. Für den Verlag ist dies der Anfang umfangreicherer Umstrukturierungen. Dazugehören unter anderem auch die Digitalisierung der Texte, digitaler Textversand, ein neuer Internetauftritt und Print-on-Demand Angebote.

Für das hochdeutsche Lektorat kommt mit Fabian Joel Walter 2015 ein theatererfahrener Kulturmanager hinzu.
Die Entwicklung neuer, zeitgenössischer Stücke, ein enger Kontakt zu den freien Theatern /Off-Theatern und Stadt- und Staatstheatern gehört ebenso zu den zukünftigen Zielsetzungen, wie der Ausbau von Kooperationen mit hochdeutschen Verlagen für das niederdeutsche Programm und die Gewinnung neuer originär niederdeutscher Autoren und Stücke.


Karl-Mahnke-Pries

Karl-Mahnke-Pries

Alle drei Jahre schreiben die Niederdeutschen Bühnenbünde die norddeutschen Landesverbände des Bund deutscher Amateurtheater und der Theaterverlag Karl Mahnke den „Karl-Mahnke-Pries“ aus.

Mit dieser Ausschreibung möchten wir junge Autorinnen und Autoren ermutigen, Theaterstücke in niederdeutscher Sprache zu verfassen. Wir möchten die Lust zu experimentieren fördern, Ihre Erzählfreude herausfordern und das Niederdeutsche Theater weiter für zeitgenössische Themen und Theaterformen öffnen.

Eine fachkundige Jury wird aus allen Einsendungen das Siegerstück aussuchen.
Der Autor des prämierten Stückes erhält ein Preisgeld von 500 €. Das Siegerstück wird im Karl-Mahnke-Theaterverlag veröffentlicht und an einer ausgewählten Niederdeutschen Bühne aufgeführt.


VORGABEN FÜR IHR MANUSKRIPT
Das Manuskript sollte in digitaler Form eingesandt werden (als Pdf- oder Word-Dokument). Handgeschriebene Texte werden nicht berücksichtigt.
Die Manuskripte dürfen keine Hinweise auf den Verfasser/die Verfasserin enthalten und werden deshalb mit einem Kennwort versehen und anonymisiert der Jury vorgelegt werden. Der E-Mail sind die persönlichen Angaben (Name, Anschrift, Vita) des Autors/der Autorin beizufügen.
Der Autor/die Autorin erklärt sich durch seine/ihre Teilnahme mit den Bedingungen der Ausschreibung einverstanden und bestätigt die Urheberschaft des Werkes, sowie dass das Werk von Rechten Dritter frei ist.
Einsendeschluss ist der 20.10.2015, später eingehende Manuskripte können nicht mehr berücksichtigt werden.

ALLE EINSENDUNGEN BITTE AN:

Niederdeutscher Bühnenbund
Niedersachsen und Bremen e.V.
E-Mail: buehnenbund(at)t-online.de
Stichwort: „Karl-Mahnke-Theaterpries 2015“